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«Eine Ausstellung ist kein Selbstläufer», Interview mit den OK-Co-Präsidenten Benedikt Felder und Geri Bürkli

Gut fünf Monate noch, dann öffnet die Gewerbeausstellung Dynamo Sempachersee ihre Türen. Am Standort Sempach hat man bereits erste Erfolge verzeichnen können. Die OK-Co-Präsidenten der Erlebnisschau Sempach über Highlights, Knackpunkte und Risikofaktoren.

  

 

Die Vorfreude auf Dynamo Sempachersee und die Erlebnisschau Sempach ist bei den beiden OK-Co-Präsidenten Geri Bürkli (links) und Benedikt Felder spürbar gross.      Foto Ella Richards

  

Dynamo Sempachersee ist in aller Munde: Ein Grossanlass, der dementsprechend viel Organisation benötigt. Wo steht das OK Erlebnisschau Sempach heute, rund fünf Monate vor Startschuss?

Benedikt Felder: Wir sind grundsätzlich sehr gut auf Kurs. Die Sponsorensuche und Ausstellermobilisierung läuft auf Hochtouren, Fundamentales wurde in die Wege geleitet. Jetzt geht es allmählich um die Detailausgestaltung.

 

Was heisst das konkret?

Geri Bürkli: Derzeit sind wir dran, Kleinsponsoren ins Boot zu holen und Vereine zu motivieren. Betreffend Aussteller hat sich herausgestellt, dass Aussenstände mehr gefragt sind als das Indoor-Angebot. So haben wir uns jetzt entschieden, das ursprünglich geplante Zelt vor der Festhalle zu streichen und uns mehr auf draussen zu konzentrieren.

 

Inwiefern hat dies das Konzept beeinflusst?

Benedikt Felder: Nicht wesentlich. Dadurch, dass drinnen mehr Aufbauarbeit vonnöten ist, spielt uns dies finanziell sogar in die Karten. Bei den Aussenständen ist es Sache der Ausstellenden, sich ausreichend vor Sonne und Regen zu schützen.

 

Sie sprechen es an: Das Wetter ist ein grosses Risiko.

Geri Bürkli: Regen alleine reicht nicht, um die Gewerbeausstellung zu gefährden. Wesentlich schlimmer wären starke, orkanartige Windböen und überufernde Wassermengen. Davon gehen wir aber zu dieser Jahreszeit nicht aus.

Benedikt Felder: Verheerend wäre eine zwischenzeitliche oder totale Lahmlegung des öV-Netzes. Dynamo Sempachersee lebt schliesslich von der Mobilität rund um den See. Dafür braucht es aber definitiv mehr als etwas Regen und ein wenig Wind …

 

Im kommenden Sommer ist in der Region mit dem Slow up, den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Seeclubs Sempach und dem alljährlichen Städtlimärt sehr viel los. Haben die Leute bis zum Start von Dynamo nicht schon genug «Action» erlebt?

Benedikt Felder: Ich glaube, es geht weniger um die Besucher als um die aktiven Leute vor Ort, die dann doppelt oder gar dreifach «beansprucht» werden. Einen idealen Zeitraum für einen solchen überörtlichen Anlass zu finden, ist aber generell keine einfache Sache.

Geri Bürkli: Der Slow up ist für uns natürlich ideal, um auf die Gewerbeausstellung aufmerksam zu machen. Zudem läuft in anderen Regionen ständig sehr viel. Ich glaube nicht, dass dies einen negativen Einfluss auf Dynamo Sempachersee hat.

 

Die Erlebnisschau in Sempach findet unter dem Motto «Geniessen» statt. Wie wird das sichtbar?

Geri Bürkli: Zum einen sind da die Liegestühle, die wir auf Höhe des Seewasserwerkes am Seeufer entlang bis zur Festhalle vorne nebeneinander platzieren werden. Diese sollen zum Verweilen und eben Geniessen einladen …

Benedikt Felder: … und zum anderen wird es eine Genussmeile als Verbindungsstück zwischen Festhalle und Städtli geben. Das werden Markstände mit regionalen Spezialitäten wie Käse, Wein, Wurst etc. sein.

 

«Der längste Liegestuhl der Welt.» Wie lange wird er effektiv bzw. mit wie vielen aneinandergereihten Liegestühlen rechnet man?

Geri Bürkli (lacht): Naja, wie lange er schlussendlich wirklich sein wird, können wir noch nicht so richtig einschätzen. Der eine oder andere hat bereits Interesse an einem oder mehreren Stühlen bekundet. Ich denke aber, 100 Stück bringen wir schon hin.

 

Mit der Ausstellermobilisierung hat es anfänglich etwas geharzt. Woran lag’s?

Geri Bürkli: Ein nicht zu unterschätzender Punkt sind sicherlich die personellen Ressourcen. Vier Tage Personal zu stellen ist, vor allem für kleinere Unternehmen mit wenig Mitarbeitenden, eine schwierige Aufgabe. Deshalb ist es schön, haben sich mittlerweile auch viele zu einem Gemeinschaftsstand zusammengetan.

Benedikt Felder: Hinzu kommt, dass man nicht einfach ein Konzept von früher wieder hervorgraben kann, denn diese Gewerbeausstellung ist eine Neuheit. Das ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Eine Ausstellung ist nunmal kein Selbstläufer. Und eben weil es etwas komplett Neues ist, ist es uns anfänglich auch nicht fanz einfach gefallen, das anfangs noch nicht ganz greifbare und theoretische Konzept verständlich zu vermitteln.

 

Wie sehen die Anmeldezahlen zum jetzigen Zeitpunkt aus?

Benedikt Felder: Derzeit sind es rund 65 Aussteller. In der Halle sind es weniger, als ursprünglich erwartet. Dafür sind es mehr auf dem Aussengelände. Aber grundsätzlich muss ich sagen, und da spreche ich wohl fürs ganze OK, ist die Anzahl weniger entscheidend als die Qualität. Wir haben einige qualitativ hochstehende, interessante, kreative und innovative Aussteller gewinnen können, die die Region auf beste Weise repräsentieren werden.

 

Gab es noch weitere Hürden, denen man sich stellen musste?

Geri Bürkli: Da zähle ich sicherlich die ganzen Bewilligungen sowie die Überzeugung der Detaillisten dazu.

Benedikt Felder: Ja, da brauchte es sicherlich mehr Anstrengung und Überzeugungsarbeit, als vielleicht vorgängig gedacht. Doch es hat sich gelohnt.

 

Das heisst, dass auch das Städtli integriert sein wird?

Benedikt Felder: Ja, darüber freuen wir uns sehr. Viele Gastronomiebetriebe wie das Türmli, Una Storia, Bierhaus oder auch der Gasthof Adler werden ihren Betrieb nach draussen erweitern und auch die Städtli-Detaillisten werden an der Gewerbeausstellung teilnehmen. Das ist ein absoluter Erfolg für die Sempacher Erlebnisschau.

 

Die Stadt Sempach hat sich gegen die Teilnahme an der Gewerbeausstellung entschieden, woraufhin sich auch die Gemeinde Neuenkirch zurückzog. Welche Wellen schlug dies beim OK?

Benedikt Felder: Grundsätzlich beruht dies auf einem Kommunikationsfehler. Die Stadt Sempach hat sich aufgrund der Ressourcenlage gegen eine Lead-Funktion entschieden. Sie ist jedoch Hauptsponsor der Erlebnisschau und ist mit einem Stand der Jugendanimation vertreten. Dass die umliegenden Gemeinden nicht teilnehmen, finde ich sehr schade, da sie doch eine wirtschaftlich und gesellschaftlich tragende Rolle haben.

Geri Bürkli: Uns ist aber auch bewusst, dass die Gemeindeverwaltungen stets auf Hochtouren laufen und die Ressourcen dadurch begrenzt sind. Wäre aber schön, sie bei einem nächsten Mal dabei zu haben …

 

Sie sprechen von einem «nächsten Mal». Wird es denn ein nächstes Mal geben?

Geri Bürkli: Wir haben ein gutes Fundament geschaffen, wodurch ich mir eine nächste Durchführung sehr gut vorstellen kann. Jedoch müssen wir jetzt erst das Resultat abwarten. Die erwarteten 40’000 Besucherinnen und Besucher müssen erst noch kommen. Aber auch 30’000 wären schon grossartig.

 

Was sind Ihre persönlichen Highlights, wenn Sie an die Erlebnisschau Sempach denken?

Geri Bürkli: Grundsätzlich finde ich es inspirierend und zugleich erfrischend zu sehen, wie die Leute zusammenspannen. Es ist toll, wenn nicht immer jeder in seinem eigenen «Gärtli gärtneret»!

Benedikt Felder: Genau, ein Musterbeispiel dafür ist der Gemeinschaftsstand von Jungwacht und Blauring Sempach, Pfadi Neuenkirch und Pfadi Hildisrieden, die, in Kooperation mit der Jugendanimation Sempach, gemeinsam etwas Grosses auf die Beine stellen. Und dass auch Sempach eine Berufsinsel hat, wo angehende Bäcker, Metzger, Milchtechnologen und Gastronomen ihren Beruf präsentieren, finde ich super und auch sehr wichtig.

 

Interview Ella Richards

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Interview mit den OK-Co-Präsidenten Benedikt Felder und Geri Bürkli in der Surseer Woche / Sempacher Woche / Trienger Woche vom 21. März 2019
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